Live Shopping Days 2009 in Berlin

Posted on 19 Februar 2009 by Manuel

Der Blog Exciting Commerce von Jochen Krisch ist die führende Informationsquelle der deutschen E-Commerce Branche. Da darf man natürlich nicht fehlen, wenn Jochen zu den Live Shopping Days einlädt. Nach zwei Veranstaltungen in der restlichen Bundesrepublik, war diese nun in Berlin. Wie schon das Deutsche Startups Event Echtzeit stellte auch dieses Mal Zanox wieder die Räumlichkeiten zur Verfügung.

Der komplette Tag wurde in folgende 4 Blöcke aufgeteilt:

1. Live Shopping Märkte

Im ersten Viertel hat Jochen einen Marktüberblick des deutschen und internationalen Ecommerce gegeben. Die einzelnen Rubriken waren Der Versandhandelsmarkt 2017, Der Markt für Live Shopping Events und Live Shopping als Geschäftsmodell. Überrascht hat mich die Tatsache, dass der klassische Versandhandel in den letzten 10 Jahren nicht gewachsen ist. Der Umsatzzuwachs wurde nur von neuen, innovativen Modellen beigesteuert.

2. Live Shopping Modelle

Nach einer Networking Pause wurden die Geschäftsmodelle von Woot und BackCountry behandelt. Auf der einen Seite der Live-Shopping-Erfinder Woot und auf der anderen Seite der klassische Online-Verkäufer BackCountry, der erst im Laufe der Zeit auf den Live Shopping Zug aufgesprungen ist.

3. Live Shopping Erfahrungen

Zum ersten Panel wurden Vertreter von iBood, Guut und Preisbock eingeladen. Bei der Diskussion kristallisierten sich sehr schnell einheitliche Aussagen hervor. Der Flaschenhals des Geschäftsmodell ist der Sourcing-Markt bzw. Produkteinkauf – und nicht der Kundenmarkt. Außerdem soll man beachten, dass das angebotene Produkt für den Erfolg entscheidend ist. Und den dritten Punkt hat Christian Grötsch sehr gut mit “Wir brauchen Fans und keine Kunden.” erdeutlicht.

Im Club Shopping Panel kamen dann Brands4Friends, BuyVip und Triphunter zu Wort. Das Clubkonzept sieht man ganz klar als Marketingkampagne. Will man Mitglied werden, findet man einen Weg aufgenommen zu werden. Auch in dieser Diskussionsrunde stand das Sourcing im Mittelpunkt. Zu Beginn eines Club ist es sehr schwer, Lieferanten zu gewinnen. Ab einer gewissen Größe und der entsprechenden Marktmacht kann man bei Verhandlungen ganz anders auftreten. Einige Marken geht es derzeit sehr schlecht und können zu einer Kampagne mit einer Mail an 3,5 Mio. BuyVip-Mitglieder sehr leicht überzeugt werden.

4. Live Shopping Perspektiven

Am Ende des Tages diskutierte man über allgemeine Trends im Ecommerce und deckte noch ungenutzte Shopping Potenziale auf. Abschließend bringt Jochen Krisch mit „Live Shopping ist für Stammkäufer.“ die Thematik sehr gut auf den Punkt gebracht.

Kleine Anmerkung zum Schluß: Auch wenn der Name im Plural steht, war die Veranstaltung eintägig.

5 Comments For This Post

  1. phossi Says:

    Als Teilnehmer der Veranstaltung sind mir folgende Dinge aufgefallen:
    1: 1.0 Welt trifft auf 2.0 commerce: Die Entwicklung “aufregender” e-commerce Modelle ist nicht aufzuhalten und auch bei etablierten Händlern angekommen. Entsprechend voll war es auf der Veranstaltung im Gegensatz zu den letzten; Jochen sei dank. …aber noch nicht in den Köpfen: Man sah bei den Anzugträgern viel kopfschütteln während der Vorträge.
    2: Teleshopping wird -siehe 1- nach wie vor nicht ernst genommen. D.h. für mich, man hat noch immer nicht verstanden, dass die inzwischen jahrzentealten Verkaufsmethoden das Fundament der daraus entwickelten Club- und Live-Shopping Konzepte sind (Dass Teleshopping selbst inzwischen Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren; anyway)
    3: Ich verstehe immer noch nicht die Live-Shopper, die Fans haben wollen und Heuschrecken auf der Suche nach dem günstigsten Produkt heranzüchten… (siehe Zitat C. Grötsch)
    3: Ein toller Termin für’s netzwerken ;)

  2. paulinepauline Says:

    >>”Überrascht hat mich die Tatsache, dass der klassische Versandhandel in den letzten 10 Jahren nicht gewachsen ist.”

    ist mit “klassischer versandhandel” der offline katalog-handel gemeint? oder klassischer ecommerce? und die neuen innovativen modelle? sind das die ecommerce-modelle? oder neue ecommerce-konzepte? mich irritiert grad die zahl “10 jahre” etwas.

  3. Manuel Says:

    @paulinepauline:
    Hallo Silke,
    Auf den Seiten 16 und 17 der Vortragsfolien von Jochen siehst du den Unterschied. Das Volumen des “traditionellen Versandhandeles (Kataloggeschäft)” (1997) teilt sich in “Traditioneller Versandhandel (Online/Mobile)”, “Traditioneller Versandhandel (Kataloggeschäft)” und “Versandgeschäft der Hersteller und des stationären Handels” (2007) auf. Umsatzsteigerungen kamen nur durch den “Elektronischer Versandhandel (Neue Märkte und Geschäftsmodelle)”.
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Link zum Vortrag veröffentlichen darf. Aber du hast doch auch Zugriff darauf..

  4. Max Says:

    Mich hat etwas irritiert, dass die Herren von Preisbock und guut so vehement darauf bestanden haben, dass für den Live Shopping Markt nur maximal zwei bis drei Anbieter überleben werden können. Für den überlaufenen Technikbereich mag das ja vielleicht gelten.

    Die These von Jochen Krisch, Nischen zu besetzen und darin erfolgreich zu sein halte ich dagegen für durchaus realistisch…

  5. Raimar Says:

    Ich hatte mich bisher nur am Rande mit Live-Shopping Clubs beschäftigt und nun dank der Veranstaltung in Berlin einen sehr guten Überblick erhalten und obendrein wertvolle Marktdaten, sowie Anregungen. Interessante neue Kontakte haben sich am Rande natürlich auch ergeben. Den Event kann ich nur wärmsten empfehlen.

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